Kickers Spieler Florian Kohls mit erfolgreicher Reha bei PREDIA

Kickers Spieler Florian Kohls mit erfolgreicher Reha bei PREDIA

Der Erfolg ist zurück am Dallenberg – das gilt nicht nur für die Kickers, sondern auch für Kohls persönlich. Seit Dezember trainiert der defensive Mittelfeldspieler wieder beim Drittligisten in Unterfranken. Es ist inzwischen Nachmittag. Im Würzburger Norden erstreckt sich entlang der Schweinfurter Straße ein beeindruckender Gebäudekomplex, dessen Bauweise an den Kubismus des frühen 20. Jahrhunderts erinnert: vieleckige Architektur, durchbrochene Kuben, malerisches Äußeres. Im dritten Stock des Gebäudes befindet sich das Sport- und Gesundheitszentrum „Predia“, in dem die Lizenzspieler der Würzburger Kickers sportmedizinisch betreut werden. Die Umgebung, in der hier trainiert wird, versprüht Frische und Moderne: Die Geräte sind nagelneu, an den weißen Wänden hängen schwarze Bildschirme, die das Trainingsprogramm zeigen, und inmitten des mit Licht durchfluteten Kraftraums steht die Maschine, die Kohls die Schweißtropfen auf die Stirn treiben lässt.

„Ich will hier raus“, sagt Kohls mit gesichtsverzerrter Miene. Sein Oberkörper ist an einen Sitz geschnallt, sein linkes Bein an einem Hebel fixiert. „Du sollst nicht jammern“, entgegnet ihm eine junge Frau, blonde Haare, schwarze Leggings, blaues Shirt. Es ist Annika, Kohls Reha-Trainerin. Vor den beiden steht ein schwarzer Monitor, der Kohls Leistungen aufzeichnet. Mit all seiner Kraft versucht der Fußballprofi, sein Knie nach oben zu strecken, sein Gesicht verzieht sich. Auf dem Monitor ist ein Koordinatensystem zu sehen, in dem sich eine blaue Linie bildet, als zeige sie den Aktienkurs eines Unternehmens: 130 Newtonmeter. „So sieht das aus, wenn jemand kaputt ist“, schmunzelt Annika.

Isokinetik heißt die zweite Einheit des Tages. Sie soll Kohls Oberschenkel wieder kräftig und muskulös machen. Das Besondere: Der 22-Jährige trainiert dabei nicht, wie an herkömmlichen Maschinen üblich, mit Gewichten, sondern nur mit einem Widerstand, der sein Kniegelenk schont, aber gleichzeitig effizienten Muskelaufbau ermöglicht. Wenn Kohls ein paar Monate zurückdenkt und ihm die Bilder in
den Kopf schießen, wie sein Bein nach vier Wochen Gehen auf Krücken aussah, dann weiß er nicht, ob er lachen oder weinen soll: „Mein linkes Bein sah aus wie ein Zahnstocher.“ Doch das ist längst Geschichte, inzwischen liegt Kohls Leistungsfähigkeit wieder bei 90 Prozent. „Komm, eine Wiederholung geht noch“, sagt Annika, während sie den Monitor beobachtet. Kohls streckt sein Knie erneut gegen den Widerstand, und unterhalb der blauen Linie erscheint eine zweite, diesmal in Rosa: 120 Newtonmeter.

Reha bedeutet harte Arbeit, doch sie lohnt sich: Anfang Januar konnte Kohls zusammen mit dem Profi-Kader ins Trainingslager, ins spanische La Manga reisen, auch wenn er dort vor allem individuelles Training absolvierte. „Wenn ich Mitte Februar wieder voll mitmischen kann, wäre das super, aber ich mache mir keinen unnötigen Druck“, sagt er. Doch ein Minimalziel hat sich der gebürtige Berliner schon gesteckt: „Ich möchte auf jeden Fall noch in dieser Saison mein erstes Pflichtspiel für die Kickers bestreiten.“

Der Schweiß hat Kohls‘ rotes Trainingsshirt im Brustbereich inzwischen in ein weinrotes verwandelt. „So, und jetzt zerstören wir dich richtig“, sagt Annika mit diabolischem Grinsen. Sie drückt eine kleine Taste, die sich gegenüber der Trainingsmaschine befindet, und der Bildschirm zeigt die eingestellte Geschwindigkeit an: 60 Gradzahl pro Sekunde. „Du bist verrückt“, entgegnet Kohls stirnrunzelnd. Als er sein Bein nach oben streckt, spannt sich sein vorderes Kreuzband erneut an.

Kohls ist erschöpft, aber rehabilitiert.

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